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Praxisbedarf
Vergütungsformen
Phantom Stocks
Literatur


In der Praxis des Personalmanagements dynamischer und innovativer Unternehmen besteht ein zunehmender Bedarf an der Einbindung variabler Komponenten in die vorhandenen Vergütungsstrukturen, da mit der Vergütung in immer stärkerem Ausmaß eine Anreizfunktion für Fach- und Führungskräfte einhergehen soll. Zugleich wird gefordert, die Vergütung der Arbeitnehmer an die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu koppeln - möglichst in guten wie in schlechten Zeiten. Sowohl die Anreizfunktion als auch die Erfolgskopplung ist mit traditionellen Entlohnungsmodellen nicht hinreichend zu verwirklichen.

Einen sinnvollen Anknüpfungspunkt für die variable Vergütung stellt der Erfolg des Unternehmens dar, weil hier neben eine Anreizwirkung der Vergütung die erwünschte Kopplung an die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tritt. Die operativen Erfolgsgrößen - wie der bilanzielle Gewinn oder der Umsatz - spiegeln den Erfolg eines Unternehmens allerdings nur bedingt wider. Eine Entlohnung anhand dieser Erfolgsgrößen kann ggf. sogar eine nicht erwünschte Fehlsteuerung des Verhaltens der beteiligten Fach- und Führungskräfte bewirken.

Zugleich besteht in Zeiten eines sich zunehmend verschärfenden Fachkräftemangels gerade bei innovativen Unternehmen der Bedarf, besonders leistungsstarke, kreative und erfahrene Arbeitskräfte ("high-potentials") langfristig an das Unternehmen zu binden. Die gängigen Vergütungssysteme bieten bislang in aller Regel für junge respektive kleine und mittlere Unternehmen keine Handhabe zu einer derartigen Bindung dieser Arbeitskräfte.

Um die angeführten Ziele zu erreichen, hat sich vor allem in jüngerer Zeit die Vergütung von Arbeitnehmern mittels Aktien und Aktienoptionen durchgesetzt. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der Wert des Unternehmens eine Kenngröße darstellt, die die tatsächliche Unternehmensentwicklung weit besser abbildet als die angeführten operativen Erfolgsgrößen. Zudem können im Rahmen von Aktienoptions-Programmen Verfallklauseln für den Fall eines vorzeitigen Austritts aus dem Unternehmen vorgesehen werden, welche eine Bindung der Arbeitnehmer ("goldene Handschellen") ermöglichen.

Auf Aktien und Aktienoptionen basierende Vergütungssysteme sind indes allein bei solchen Unternehmen möglich, die in der Rechtsform der Aktiengesellschaft oder der Kommanditgesellschaft auf Aktien betrieben werden. Um auch bei anderen Unternehmen die mit derartigen Vergütungssystemen einhergehenden positiven Effekte erreichen zu können, sind derzeit innovative Vergütungs- bzw. Beteiligungskonzepte in der Diskussion, bei denen die beteiligten Arbeitnehmer finanziell so gestellt werden, als ob sie Inhaber von Aktien wären. Dabei werden den Arbeitnehmern statt der nicht vorhandenen echten Aktien virtuelle bzw. fiktive Aktien zugeteilt: Phantomaktien (Phantom Stocks). Phantom Stocks-Programme finden auch im deutschsprachigen Rechtsraum zunehmend Eingang in die unternehmerische Praxis. Dabei werden derartige Programme - in den verschiedensten Ausprägungen - sowohl in nicht-börsennotierten als auch in börsennotierten Gesellschaften, für die sich Phantomaktien-Programme ebenfalls anbieten können, durchgeführt.


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